Furusato – Wunde Heimat – Dokumentarfilm über eine verstrahlte japanische Stadt

Filmplakat "Furusato - Wunde Heimat" - mit Foto von Japanischer Landschaft mit Wasser und Hügeln

Regisseur Thorsten Trimpop geht in seinem Dokumentarfilm der Frage nach, warum etwa 57.000 Menschen nach der Atomkatastrophe von Fukushima weiterhin in der verstrahlten Stadt Minamisoma leben. Trimpop stößt auf unterschiedliche Antworten: Zum einen hat die Heimat in Japan einen hohen Stellenwert, sie wird „Furusato“ genannt und verehrt. Man fühlt sich verantwortlich für das Gebiet, in dem man aufwuchs, für die Bewohner, Traditionen und Tiere – selbst dann, wenn die Heimat verseucht wurde. Der Aktivist Bansho, die ältere Frau Noda und die Pferdezüchterin Miwa ziehen nicht weg aus Minamisoma, obwohl ihre Gesundheit leidet. Doch nicht bei allen liegt es an der Heimatverbundenheit. Manch einer hat keine finanzielle Hilfe bekommen, kann sich den Wegzug schlicht nicht leisten. Wenn der Schulchor „ich liebe Fukushima, ich gehe hier nicht weg“ singt, mag das für manche Zuhörer blanker Hohn sein…

Genre: Dokumentation
Regie: Thorsten Trimpop

Landraub mit deutscher Unterstützung? – Warum wir handeln müssen.

Foto einre Filmszene: afrikanische Menschen auf dem Boden sitzend vor einem Baum, Busch im Hintergrund
Quelle: Szenenfoto © EZEF

Am 8. November hat eine kleine Zuschauerrunde den Hamburger Filmemacher Michael Enger mit Fragen gelöchert. Dies kam, weil sie zuvor den Film „Der Fall Mubende und der bittere Geschmack der Vertreibung“ gesehen haben. – Für alle die dies verpasst haben, ist der Film auch bei der Deutschen Welle zu sehen.

Im Film wird deutlich, dass einer der größten Rohkaffeeimporteure weltweit, die inhabergeführte Neumann-Gruppe GmbH – http://www.nkg.de/ – aus Hamburg, von der Vertreibung auf dem Gebiet ihrer heutigen „Vorzeige-Plantage“ Kaweri in Uganda gewusst hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit dies auch gutgeheißen hat. Obwohl es ein Gerichtsverfahren am High Court in Uganda mit einem Urteil gegen die Anwälte des Staates und des Plantagenbetreibers gibt, sieht die deutsche Politik keine Notwendigkeit, dieses Vorgehen zumindest politisch zu ahnden. Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern mit deutscher Unterstützung sollte dies jedoch tun.

Ein Unternehmen, dass sich folgenden Werte verplfichtet und diese auch auf der Webseite anpreist – siehe http://www.nkg.de/ueberuns/werte, geladen am 14.11.17 – nur auszugsweise:

  1. aus Wert Nr. 1: „Wir betreiben uns Geschäft mit Herz und Verstand“
  2. aus Wert Nr. 3: „Unser Ziel ist es, für alle Beteiligten einen messbaren Nutzen zu erzeugen.“
  3. aus Wert Nr. 4: „Wir […] arbeiten in einem Klima von Solidarität und fairem Handel.“
  4. aus Wert Nr. 5: „Gleichzeitig sehen uns in der Verantwortung, einen positiven Beitrag zur Gesellschaft und zur Umwelt zu leisten.“

Wie passen solche Aussagen zu den Vertreibungen, selbst wenn einige der Bäuerinnen und Bauern einen Vertrag unterschrieben haben, welcher in einer Sprache bzw. einer Schrift verfasst ist, die sie nicht verstehen oder gar lesen können? Wo ist hierbei das Herz? Was ist der messbare Nutzen eines neuen Stück Land, auf dem sie nichts anbauen können? Wo ist der positive Beitrag zur Gesellschaft, wenn auf einer Fläche von knapp 1.800 ha Kaffee-Plantage nur noch 250 Beschäftigte arbeiten, wo vorher mehrere hundert, nach FIAN-Angaben über 2.000 Menschen gelebt haben, sich ernährt haben? Die Saisonarbeiter werden davon nicht besser leben können, auch wenn die „Bezahlung […] deutlich über vergleichbarer Arbeit auf ugandischen Tee- und Zuckerplantagen“ liegt – so die Neumann Gruppe – http://www.nkg.de/userfiles/Documents/2013-02-01-kaweri-clean-title-de.pdf.

Was wir nun tun können bzw. müssen:

    • Den Film „Der Fall Mubende“ ansehen und weiterleiten: http://www.dw.com/de/der-fall-mubende/av-41308110, auch in Englisch und Spanisch:
      • „The Mubende Coffee Plantation and the Bitter Taste of Eviction“
        http://www.dw.com/en/the-mubende-coffee-plantations-and-the-bitter-taste-of-eviction/av-37074814
      • spanische Fassung:
        „El caso Mubende y el amargo sabor de la expulsión“
        http://www.dw.com/es/el-caso-mubende-y-el-amargo-sabor-de-la-expulsi%C3%B3n/av-37074688
    • Die eigenen Lieblingskaffeeröster persönlich anfragen, ob sie Rohkaffee von der Neumann Gruppe beziehen. Falls ihre Röster dies nicht wissen, sollten diese dies klären und lasst es euch bestätigen.
    • Einen Protestbrief oder eine -Mail an die Neumann Gruppe schreiben.
    • Die Forderungen von CorA, Forum Menschenrechte und FIAN an die Politik an die gewählten Abgeordneten weiterleiten: http://www.cora-netz.de/cora/wp-content/uploads/CorA-ForumMR_Steckbrief-KaweriCoffeePlantation.pdf
    • Petition zur Stärkung der Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern weltweit unterzeichnen: https://www.fian.de/mitmachen/aktionen/petition-peasants-rights/
EU-weite Petition zur Stärkung der Kleinbauernrechte
EU-weite Petition zur Stärkung der Kleinbauernrechte

Filmgespräch „Humus – Die vergessene Klimachance“ am 26.1.2017

Szenenfoto Humus
Quelle: Szenenfoto Humus

Filmgespräch „Humus – Die vergessene Klimachance“ am 26.1.2017, 19 – 22 Uhr im Bildungszentrum Offenburg / Kath. Zentrum St. Fidelis, Straßburger Str. 39, Offenburg

Der Dokumentarfilm informiert über die viel zu wenig beachteten Zusammenhänge zwischen Bodenqualität, Landwirtschaft und Klimaveränderung.

Häufig ist nicht bekannt, dass Böden der mit Abstand größte Speicher für Kohlenstoff sind. Für den CO2-Haushalt der Atmosphäre haben sie eine bedeutende Funktion. Die landwirtschaftliche Nutzung von Böden ist mit Verlusten an organischer Substanz und entsprechenden Emissionen von Klimagasen verbunden. Andererseits können durch Maßnahmen der Fruchtfolge und die Zufuhr organischer Dünger wie Kompost Verluste ausgeglichen und CO2 im Boden sogar gespeichert werden.

Der Film führt auf eine Entdeckungsreise rund um die Welt. Er deckt die Hypotheken der Intensiv-Landwirtschaft auf und zeigt, wie Landwirtschaft ertragreich funktionieren und gleichzeitig die Bodenqualität gesteigert werden kann, z. B. anhand der „Terra Preta“ – einem extrem humusreichen Boden in Amazonien.

Österreich 2009, 74 Minuten, Regie: Wolfgang Scherz

Moderation: Lothar Krikowski, BUND Ettenheim

Eintritt: 5 €

Katholisches Bildungszentrum Offenburg in Kooperation mit der Evang. Erwachsenenbildung Ortenau, dem BUND Umweltzentrum Ortenau, der VHS Offenburg, dem Weltladen Regentropfen Offenburg und dem Kommunalen Kino KoKi im KIK Offenburg

Weitere Filmgespräche:

Das Geheimnis der Bäume
Frankreich 2013, 72 Minuten, Regie: Luc Jacauet
Donnerstag, 02.02.2017, 19 Uhr
in der VHS Offenburg, Saal 102, Amand-Goegg-Str. 2

Cowspiracy
USA 2014, 85 Minuten, Regie: Kip Andersen & Keegan Kuhn
Donnerstag, 16.02.2017, 19 Uhr
im Kommunalen Kino Offenburg im KIK, Weingartenstr. 34c

Film & Diskussion: „Friedlich in die Katastrophe“ am 1.12.2016, 20 Uhr im KiK Offenburg

„Friedlich in die Katastrophe“, Holger Strohm, Marcin El, D 2012

Am Donnerstag, den 01.12.2016, zeigt die BUO – Bürgerinitiative Umweltschutz Offenburg e.V. in Kooperation mit KoKi Offenburg e.V., Weltladen Regentropfen e.V., BUND Umweltzentrum Offenburg, Katholisches Bildungszentrum Offenburg, Evangelische Erwachsenenbildung Ortenau den Film „Friedlich in die Katastrophe“, ein Plädoyer für das Überleben von Holger Strohm.

Die Veranstaltung findet im KiK (Kultur in der Kaserne), Weingartenstraße 34 C, Offenburg um 20:00 Uhr statt. Der Eintritt beträgt fünf Euro, ermäßigt vier Euro. Hierzu laden wir Euch/Sie recht herzlich ein.

In den 1970ern erschien unter dem Titel „Friedlich in die Katastrophe“ ein Buch von Holger Strohm, das zur „Bibel der Anti-Atomkraft-Bewegung“ wurde. Nun – 40 Jahre später – hat sich der Autor mit einem jungen Filmteam zusammengetan, um seine kritische Auseinandersetzung mit der Atomkraft auf die Leinwand zu bringen. Ähnlich wie das Buch setzt sich der Film  kenntnisreich mit den zahlreichen Folgen der Atomspaltung auseinander.

Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Außerdem wird es einen Büchertisch geben.

„The True Cost“ – Wer zahlt den Preis der Mode? – Film & Modenschau am 30.9.2016 um 18 Uhr

THE TRUE COST – DER PREIS DER MODE, Grandfilm
THE TRUE COST – DER PREIS DER MODE, Grandfilm

30.09.2016, 18 – 21 Uhr
Katholisches Bildungszentrum / St. Fidelis, Straßburger Straße 39, Offenburg

Ein Pullover oder eine Hose für weniger als 10 Euro, ein Hemd für 5 – oft ist man begeistert, wie billig die neueste Mode bei uns zu haben ist. Doch wie kann es sein, dass Kleidung bei uns so wenig kostet?

Die Diskrepanz zwischen der glitzernden Modewelt mit wöchentlich wechselnden Kollektionen auf der einen Seite und der Realität der Produktion auf der anderen Seite wird den Käufern erst allmählich bewusst. „The True Cost – Der Preis der Mode“ macht deutlich, wo die Kleidung hergestellt wird, welche Arbeitsbedingungen dort herrschen und welche Konsequenzen der Baumwollanbau für die Bevölkerung vor Ort hat.

Im Anschluss an den Film zeigt eine kleine, faire Modenschau unter Beteiligung der UNESCO-Gruppe der Klosterschulen Offenburg sowie Schülerinnen des Oken-Gymnasiums öko-faire Alternativen zu den gängigen Praktiken auf.

In Kooperation mit BUND Umweltzentrum Offenburg, Evangelische Erwachsenenbildung, Katholisches Bildungszentrum, VHS Offenburg und Weltladen Regentropfen Offenburg.