Der Fall Mubende und der bittere Geschmack der Vertreibung

Foto einre Filmszene: afrikanische Menschen auf dem Boden sitzend vor einem Baum, Busch im Hintergrund

Filmgespräch mit Regisseur Michael Enger

Im August 2001 vertrieb die ugandische Armee in Mubende ca. 4.000 Menschen, um Platz für die Kaweri Coffee Plantation, eine Tochterfirma der Hamburger Neumann Kaffee Gruppe, zu machen. Als einer der großen Rohkaffeehändler beliefert die Firma nahezu alle großen Kaffee-Marken Deutschlands. Seit einigen Jahren werden in zahlreichen Ländern des Südens, aber auch Osteuropas, größere Ländereien sowohl an private Investoren, Firmen oder Investmentfonds, als auch an Staaten verkauft oder verpachtet, ohne dass die Bewohner des betroffenen Landes befragt werden. Diese Form der illegalen Aneignung von Land wird als „Landgrabbing“ bezeichnet.

Der Manager der Plantage behauptet, die Firma Neumann habe nichts von der Vertreibung gewusst. Alles sei ordentlich nach ugandischem Recht verlaufen, es seien allenfalls einige wenige Familien betroffen. Weil die Vertriebenen nicht entschädigt wurden, strengen sie 2002 ein Gerichtsverfahren gegen die ugandische Regierung und das Unternehmen an. Damit beginnt ein zähes juristisches Ringen. 2013, nach zwölf Jahren, wird den klageführenden Vertriebenen in erster Instanz eine Entschädigung von ca. 11 Millionen Euro zugesprochen – aber ihr Anspruch auf Rückgabe des Landes abgewiesen. Die Neumann Gruppe streitet nun mit ihren Anwälten, wer diese Entschädigung bezahlen muss und bemüht sich um die Ablösung des Richters, um das Urteil aufzuheben.

Michael Enger rekonstruiert im Film durch Zeugenaussagen die Vorfälle von 2001. So schildern Kleinbauern die damaligen Ereignisse und deren Folgen für ihre Familien. Der ehemalige Schulleiter des Dorfes berichtet, wie er bei der Zusammenstellung der Liste der betroffenen Menschen immer wieder behindert oder bedroht wurde. Unterstützt von internationalen Menschenrechtsorganisationen wie FIAN ist es ihm schließlich gelungen, den Fall vor Gericht zu bringen.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit mit dem Filmemacher Michael Enger zu sprechen.

Kooperation des Bildungszentrums Offenburg mit der Evang. Erwachsenenbildung Ortenau und dem Weltladen Regentropfen Offenburg; gefördert durch Engagement Global – Außenstelle Baden-Württemberg/Bayern

Der Filmabend findet statt im Rahmen des Entwicklungspolitischen Filmherbstes in ländlichen Regionen und in Kooperation mit:
Dachverband Entwicklungspolitik (DEAB),
Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),
Evangelisches Zentrum für Entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF)

Der Fall Mubende und der bittere Geschmack der Vertreibung – 8. November 2017 – 19:30 Uhr – Bildungszentrum

Foto einre Filmszene: afrikanische Menschen auf dem Boden sitzend vor einem Baum, Busch im Hintergrund

Filmgespräch mit dem Filmemacher Michael Enger im Kath. Zentrum St. Fidelis

Fälle von Landraub – „Landgrabbing“ – machen immer wieder Schlagzeilen. Der Film rekon­struiert Vorfälle aus Uganda, wo die Armee 4.000 Menschen von ihren Grundstücken ver­trieb, um Platz zu machen für eine Kaffee­plantage einer Tochterfirma der Ham­burger Neumann Kaffee Gruppe. Kleinbauern schildern die damaligen Ereignisse und deren Folgen für ihre Familien. Der ehemalige Schul­leiter des Dorfes berichtet, wie er bei der Zusammen­stellung der Liste der betroffenen Menschen immer wieder behindert oder bedroht wurde.

Unterstützt von internationalen Menschen­rechtsorganisationen wie FIAN ist es ihm schließlich gelungen, den Fall vor Gericht zu bringen.

Der Filmemacher Michael Enger steht nach der Vorführung zum Gespräch zur Verfügung.

Kooperation des Bildungszentrums Offenburg mit der Evang. Erwachsenenbildung Ortenau und dem Weltladen Regentropfen Offenburg,  gefördert durch Engagement Global.

Leitung: Jochen Walter / Michael Enger
Termin: Mittwoch, 8. November 2017, 19:30 Uhr
Eintritt: 5,00 €
Ort: Bildungszentrum Offenburg, Kath. Zentrum St. Fidelis, Straßburger Str. 39
77652 Offenburg, Tel. 0781 925040
www.bildungszentrum-offenburg.de

BACK TO AFRICA von Othmar Schmiderer – Mi. 10.05.2017

Filmgespräch

Der Film begleitet fünf Künstler aus André Hellers Zirkusshow »Afrika! Afrika!« in ihre afrikanische Heimat. Mit großer Sensibilität, respektvoll und nahe an seinen Protagonisten spürt der Film der außergewöhnlichen Energie, den mitunter abenteuerlichen Biographien dieser ganz verschiedenen Persönlichkeiten und der tiefen Verwurzelung ihrer beeindruckenden Kunst auf dem afrikanischen Kontinent nach.

Getragen von der berührenden Musik des Kora-Virtuosen Tata Dindin und den mitreißenden Drum-Rhythmen westafrikanischer Tanzgruppen erzählt »Back to Africa« von der Kultur hinter der Kulisse, von beeindruckenden Menschen, von Inspiration und Hoffnung. Jenseits der Klischees von Elend und Exotik entdecken wir ein vielfältiges, aufregendes, selbstbewusstes und engagiertes Afrika.

Moderation: Jochen Walter, Eine-Welt-Promotor Mittelbaden

In Kooperation mit KoKi Offenburg e.V.

Foerderhinweis

AT, DE 2008 | 97 Min.
Regie: Othmar Schmiderer

Mi 08.02.2017 | 20 Uhr | KiK
Eintritt frei – Spenden erbeten

ZWISCHEN WELTEN von Feo Aldag
Mi 08.03.2017 – 20 Uhr – KiK

Filmgespräch

Bundeswehrsoldat Jesper (Ronald Zehrfeld) meldet sich erneut zum Dienst in das krisengeschüttelte Afghanistan und erhält mit seiner Truppe den Auftrag, einen Außenposten in einem kleinen Dorf vor dem wachsenden Einfluss der Taliban zu schützen. Dabei wird der junge Afghane Tarik (Mohsin Ahmady) als Dolmetscher zur Seite gestellt.

Jesper versucht mit Tariks Hilfe, das Vertrauen der Dorfgemeinschaft und der verbündeten afghanischen Milizen zu gewinnen – doch die Unterschiede zwischen den beiden Welten sind groß. Er steht immer wieder im Konflikt zwischen seinem Gewissen und den Befehlen seiner Vorgesetzten. Als Tarik, der von den Taliban bedroht wird, weil er für die Deutschen arbeitet, seine Schwester in Sicherheit bringen will, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Moderation: Jochen Walter, Eine-Welt-Promotor Mittelbaden

In Kooperation mit KoKi Offenburg e.V.

Foerderhinweis

DE 2014 | 103 Min.
Regie: Feo Aladag

Mi 08.03.2017 | 20 Uhr | KiK
Eintritt frei

„COWSPIRACY – Das Geheimnis der Nachhaltigkeit“ von Kip Andersen & Keegan Kuhn
Do 16.2.2017 – 19 Uhr – KiK

Filmgespräch

Industriell betriebene Viehzucht und Agrarwirtschaft sind unsere Klimakiller Nummer eins und damit hauptsächlich für die globalen Umweltprobleme verantwortlich. Dies geht aus einem offiziellen Bericht des Worldwatch Institutes hervor. Demzufolge werde weltweit mindestens 51 Prozent aller in die Erdatmosphäre freigesetzten Treibhausgas-Emissionen durch Nutztiere verursacht, während lediglich 13 Prozent auf den viel geschmähten Transportsektor entfallen. Aber warum wird diese wichtige Tatsache selbst von namhaften Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, Sierra Club, Surfrider Foundation oder dem Rainforest Action Network mehrheitlich ausgeblendet? Genau das wollten die Dokumentarfilmer Kip Andersen und Keegan Kuhn herausfinden, als sie mit ihren Recherchen zu diesem wegweisenden Film begannen und die eben erwähnte Umweltschutzorganisationen mit unbequemen Fragen konfrontierten. Enthüllend wie „Blackfish“, inspirierend wie Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“: „Cowspiracy“ deckt die verheerenden Auswirkungen der industriellen Viehwirtschaft auf unseren Planeten auf und bietet nachhaltige Alternativen an, mit dem Ziel, Mutter Erde vor dem Kollaps zu bewahren.

„Cowspiracy“ wurde mit dem Publikumspreis auf dem Südafrikanischen Eco Film Festival 2015 bedacht und mit dem Preis für den „besten ausländischen Film“ beim zwölften Festival de films de Portneuf sur l’environnement prämiert.

Moderation: Jochen Walter, Eine Welt-Promotor Mittelbaden

Kooperation mit: BUND Umweltzentrum Offenburg, EEB Ortenau, Katholisches Bildungszentrum Offenburg, VHS Offenburg