Kichererbsen aus dem Libanon

Kichererbsen_Schote_LibanonSo sieht man sie selten:  Kichererbsen frisch aus der Schote. So werden sie bei unseren Produzenten, Bauern-Kooperativen aus dem libanesischen Hochland, angebaut. Die Organisation Fair Trade Lebanon bietet den Bauern landwirtschaftliche Beratung und Unterstützung und organisiert die Vermarktung.

Fair Trade Lebanon schafft ein neues Bewusstsein für den Wert der einzigartigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus dem Libanon, sowie für die traditionellen Anbautechniken und Rezepte. Außerdem bietet Fair Trade Lebanon Frauen-Kooperativen und Kleinproduzenten in den entlegenen Regionen des Landes ein tragfähiges Wirtschaftsmodell. Die Weiterverarbeitung der Produkte wird oft auch von Fair Trade Lebanon koordiniert und ermöglicht eine erweiterte Wertschöpfung.

Fair Trade Lebanon wirkt damit gegen die Wüstenbildung, Landflucht und Armut.

Kichererbsen_Ernte_Libanon2Von Fair Trade Lebanon bezieht unser Fair-Handels-Lieferant EL PUENTE landestypische Hülsenfrüchte und Getreideprodukte, wie Kichererbsen, Rote Linsen und Bulgur. Die Produzentengruppen in der Bekaa-Hochebene bauen die Pflanzen seit vielen Jahren dort an und verkaufen ihre Produkte bisher vor allem auf dem einheimischen Markt. Aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Situation des Libanon ist der Export von Nahrungsmitteln für kleine Produzentengruppen schwierig zu organisieren. Zudem mangelt es vielen an geeigneten Lagermöglichkeiten, um die schnell verderblichen Lebensmittel zu trockenen und haltbar zu machen.

Kichererbsen_Verpacken_LibanonFür das Trocknen des Getreides sind große, ebene Flächen notwendig. Einige haben dafür eine kreative Lösung gefunden: Die frischen Körner werden auf dem Hausdach in der Sonne getrocknet. So bekommen sie reichlich frische Luft und Wärme ab und die Körner sind mit dem großen Rechen leicht zu wenden.

Dank des fairen Handels haben die Bauern nun auch eine Chance auf dem westeuropäischen Markt. Wüstenbildung, Landflucht und Armut werden verhindert.

Auch bei uns im Weltladen Regentropfen.

Mitarbeiter von Asha referierte über die Auswirkungen des Fairen Handel in Indien

Am Donnerstag, 22. September 2011, besuchte uns Ivan Carvalho aus Indien im Rahmen der Fairen Woche. Als langjähriger Mitarbeiter der indischen Handwerksorganisation ASHA handicrafts reiste er mit EL PUENTE durch Deutschland um über die positiven Auswirkungen des Fairen Handel zu berichten. ASHA wurde 1975 von einer Inderin gegründet. Obwohl nicht als Fair Trade-Organisation gegründet, verpflichtete sich die Organisation von Anfang an den Handel für die Handwerker zu verbessern, sie auszubilden und ihnen zu ermöglichen auch ohne ASHA auf soldien Beinen stehen zu können. So wurde lange vor dem Beitritt zur WFTO – World Fair Trade Organisation – 1995 der Grundstein für Fairen Handel gelegt und mittlerweile profitieren über 500 Handerwerkerinnen und Handwerker in 50 Gemeinden, verstreut über ganz Indien, von der Arbeit mit ASHA. „Mitarbeiter von Asha referierte über die Auswirkungen des Fairen Handel in Indien“ weiterlesen

Faire Woche 2011 – fair ist mehr!

Auch in diesem Jahr steht die Faire Woche unter dem Motto fair ist mehr. Wir bieten dieses Jahr 2 Veranstaltungen für die interessierte Bevölkerung an:

Am Donnerstag, 22.9., 20 Uhr im KiK Offenburg, Weingartenstraße 34c, laden wir Sie zu einer Veranstaltung mit Ivan Carvalho ein. Er ist langjähriger Mitarbeiter der indischen Handwerksorganisation Asha. Herr Carvalho wird die politische, wirtschaftliche und soziale Situation Indiens darstellen und über die aktuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die Auswirkungen des Fairen Handels berichten.

Sonntag, 25.9., 13 Uhr sowie Montag, 26. und Dienstag, 27.9., jeweils 20 Uhr im Kino Forum, Offenburg zeigen wir gemeinsam mit Heike im Forum, BUND Umweltzentrum Offenburg und dem Aktionsbündnis Gentechnikfreie Ortenau:

Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes

Zwei führende Molekularbiologen in Schottland und Kalifornien veröffentlichten kritische Ergebnisse ihrer Forschung zu gentechnisch veränderter Nahrung (GM-Food). Sie verloren ihre Arbeit und wurden darüber hinaus persönlich ruiniert durch Streichung der Forschungsmittel und Zerstörung ihres wissenschaftlichen Rufs.

Der Film erzählt aber auch die Geschichte ihres persönlichen Mutes und ihres Verantwortungsgefühls der Öffentlichkeit gegenüber, die bereits jahrelang GM-Food konsumiert.

Aussagen von Wissenschaftlern selbst belegen, dass 95% der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Nur 5% der Forscher sind unabhängig. Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist offensichtlich. Kann die Öffentlichkeit – können wir alle – den Wissenschaftlern noch trauen?

Indien Reise – Einblicke in Fairen Handel

Christine Junker berichtet von ihrer Indien-ReiseChristine Junker war im März 15 Tage mit einer 14köpfigen Reisegruppe verschiedener Weltläden auf Einladung von el puente in Süd-Indien bei 5 Handelspartner-Organisationen und 10 Produzenten unterwegs.

Am 2.5.11 hat sie im Rahmen eines Bildvortrages von dieser interessanten und aufschlussreichen Reise erzählt.  Anhand kleiner Videokonsequenzen und einer knappen Auswahl von ursprünglich 5.000 Fotos konnten die über 50 Interessierten sich nicht nur ein Bild von den Werkstätten und MitarbeiterInnen machen sondern sich auch anhand von Video- und Tonaufnahmen einen akustischen Eindruck von den südindischen Großstädten Mombay (eh. Bombay) und Kolkhata (eh. Kalkutta) machen. Auch einen Einblick in eine kleine Mietwohnung einer Mitarbeiterin konnte man gewinnen und sich hierbei fragen, warum man für so eine „Behausung“ Miete zahlen muss.

Produkte von der Indien-ReiseDer überwiegende Teil des Vortrages befasste sich mit den besuchten Produzenten, ihren Werkstätten und v.a. ihren meist weiblichen MitarbeiterInnen. So war es angenehm zu erfahren, dass es Projekte gibt, die v.a. Menschen mit Behinderungen oder schweren Krankheiten beschäftigen und ausbilden. So gab es ein Projekt mit taubstummen Mitarbeitern, eines in dem auch HIV-infizierte beschäftigt werden, die üblicherweise von Angehörigen einen Kanister Benzin geschenkt bekommen um sich damit zu verbrennen. Es werden in vielen Projekten v.a. Frauen beschäftigt und ausgebildet, da diese in großen Teilen Indiens immer noch zu den benachteiligten Personengruppen zählen.

Sehr hilfreich für das hauptsächlich aus den Ortenauer Weltläden und Aktionsgruppen besthende aufmerksame Publikum waren die Video- und Fotosequenzen, die die einzelnen Arbeitsschritte einiger Produkte wie Seidenschals, Holzspielzeug, bedruckte Tücher und tönernen Teekannen aufzeigten. So kann man im Verkauf noch viel besser auf die Produktionsbedingungen hinweisen und dadurch die angeblich „hohen“ Preise des Fairen Handels mit viel Hintergrundwissen relativieren und das Augenmerk auf die Arbeitsbedingungen und die umweltverträgliche Produktionsweise lenken.

Leider sind in solchen Projekten immer noch erst ein paar Tausend Menschen beschäftigt. Es ist also auch dort nur erst ein Regentropfen. Umso mehr ein Signal an uns hier weiterhin mit Begeisterung für diese Produkte zu werben und somit den Fairen Handel voranzubringen.