Am 8. Mai war Weltladentag

Hier unsere Pressemitteilung von vergangener Woche:

Das Lieferkettengesetz jetzt auf den Weg bringen

Am 9. Mai ist Weltladentag. Hunderte Weltläden in ganz Deutschland machen auf die Notwendigkeit eines Lieferkettengesetzes aufmerksam. Sie weisen darauf hin, warum es wichtig ist, die Rechte der Menschen am Anfang globaler Lieferketten besonders zu schützen. Der Weltladen Regentropfen Offenburg beteiligt sich damit an der bundesweiten Kampagne von Forum Fairer Handel und Weltladen-Dachverband im Rahmen der Initiative Lieferkettengesetz.

Offenburg. „Die momentane Situation zeigt auf dramatische Weise, warum wir unbedingt ein Lieferkettengesetz brauchen“, erläutert Weltladen-Geschäftsführerin Christine Junker das politische Anliegen anlässlich des bundesweiten Weltladentags. „Es wird deutlich, wie wichtig transparente und zuverlässige Lieferketten in unserer globalen Wirtschaft sind und zeigt jedoch auch, wie ungleich die Macht entlang globaler Lieferketten verteilt ist. Insbesondere für die Menschen am Anfang der Lieferkette hat das gravierende Folgen. So wird über die internationale Textilbranche berichtet, dass Unternehmen Aufträge storniert haben, und es infolgedessen zu ausbleibenden Lohnzahlungen und Massenentlassungen kam. Beschäftigte haben von heute auf morgen ihre Arbeit und damit ihre Existenzgrundlage verloren.

Ausbeutung von Mensch und Umwelt weltweit für die Herstellung unserer Alltagsprodukte wie Kakao, Bananen und Textilien, das dürfen wir vor allem in Krisenzeiten nicht hinnehmen.

Gerade jetzt in der Corona-Krise müssen viele Unternehmen ihre Lieferketten neu überdenken – jetzt gilt es Transparenz und Sicherheit entlang der Lieferketten zu schaffen und hierbei das Augenmerk nicht nur auf Wirtschaftlichkeit, sondern auch und gerade auf Menschenrechte und Umweltstandards zu richten, deshalb sollte die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode ein Lieferkettengesetz erarbeiten, das Unternehmen verpflichtet, Menschenrechte und Umweltstandards entlang globaler Lieferketten zu achten.

„Fair-Handels-Unternehmen zeigen seit 50 Jahren, wie Lieferketten wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig gestaltet werden können. Gerade jetzt in der Krise unterstützen sie ihre Handelspartner und suchen gemeinsam mit ihnen nach Lösungen, statt sie im Stich zu lassen.

Näherinnen von Global Mamas, Ghana

„Auch der Weltladen in Offenburg versucht die Not seiner Produzenten zu lindern. Mit dem Verkauf selbst genähter Gesichtsmasken konnten wir bisher 800 € an das Frauenprojekt „Global Mamas“ in Ghana weitergeben, die dafür Lebensmittel für ihre Mitarbeiterinnen bezahlen“ berichtet Frau Junker.

Mit der aktion #fairsorgung haben der Weltladen-Dachverband und rund 30 Lieferanten des Fairen Handels zum Beispiel versucht, die schlimmsten wirtschaftlichen Auswirkungen auf alle Partner des Fairen Handels abzumildern. „Hier wird deutlich, dass der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt steht“, entgegnet Frau Junker der Aussage einiger Unternehmen, dass ein Lieferkettengesetz nicht umsetzbar sei. Auch das im Februar 2020 veröffentlichte Rechtsgutachten der Initiative Lieferkettengesetz unterstreicht: Ein Lieferkettengesetz in Deutschland ist machbar – für Unternehmen genauso wie für den Gesetzgeber.

#Lieferkettengesetz: Was muss drin sein?

Anlässlich des Weltladentages am 09. Mai 2020 gestaltet der Weltladen Regentropfen Offenburg ein Schaufenster zum Lieferkettengesetz, kommen Sie vorbei, informieren Sie sich vor Ort – wir halten ansprechendes INFO-Material für Sie bereit.

Der Weltladentag ist der politische Aktionstag der Weltläden und findet zeitgleich mit dem Internationalen Tag des Fairen Handels (World Fair Trade Day) statt – in diesem Jahr bereits zum 25. Mal. Hinter dem bundesweiten Aktionstag stehen der Weltladen-Dachverband e.V. und das Forum Fairer Handel e.V. Beide sind Mitglied in der Initiative Lieferkettengesetz.

Unterschreiben Sie jetzt die Petition auf www.lieferkettengesetz.de