Landraub mit deutscher Unterstützung? – Warum wir handeln müssen.

Foto einre Filmszene: afrikanische Menschen auf dem Boden sitzend vor einem Baum, Busch im Hintergrund
Quelle: Szenenfoto © EZEF

Am 8. November hat eine kleine Zuschauerrunde den Hamburger Filmemacher Michael Enger mit Fragen gelöchert. Dies kam, weil sie zuvor den Film „Der Fall Mubende und der bittere Geschmack der Vertreibung“ gesehen haben. – Für alle die dies verpasst haben, ist der Film auch bei der Deutschen Welle zu sehen.

Im Film wird deutlich, dass einer der größten Rohkaffeeimporteure weltweit, die inhabergeführte Neumann-Gruppe GmbH – http://www.nkg.de/ – aus Hamburg, von der Vertreibung auf dem Gebiet ihrer heutigen „Vorzeige-Plantage“ Kaweri in Uganda gewusst hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit dies auch gutgeheißen hat. Obwohl es ein Gerichtsverfahren am High Court in Uganda mit einem Urteil gegen die Anwälte des Staates und des Plantagenbetreibers gibt, sieht die deutsche Politik keine Notwendigkeit, dieses Vorgehen zumindest politisch zu ahnden. Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern mit deutscher Unterstützung sollte dies jedoch tun.

Ein Unternehmen, dass sich folgenden Werte verplfichtet und diese auch auf der Webseite anpreist – siehe http://www.nkg.de/ueberuns/werte, geladen am 14.11.17 – nur auszugsweise:

  1. aus Wert Nr. 1: „Wir betreiben uns Geschäft mit Herz und Verstand“
  2. aus Wert Nr. 3: „Unser Ziel ist es, für alle Beteiligten einen messbaren Nutzen zu erzeugen.“
  3. aus Wert Nr. 4: „Wir […] arbeiten in einem Klima von Solidarität und fairem Handel.“
  4. aus Wert Nr. 5: „Gleichzeitig sehen uns in der Verantwortung, einen positiven Beitrag zur Gesellschaft und zur Umwelt zu leisten.“

Wie passen solche Aussagen zu den Vertreibungen, selbst wenn einige der Bäuerinnen und Bauern einen Vertrag unterschrieben haben, welcher in einer Sprache bzw. einer Schrift verfasst ist, die sie nicht verstehen oder gar lesen können? Wo ist hierbei das Herz? Was ist der messbare Nutzen eines neuen Stück Land, auf dem sie nichts anbauen können? Wo ist der positive Beitrag zur Gesellschaft, wenn auf einer Fläche von knapp 1.800 ha Kaffee-Plantage nur noch 250 Beschäftigte arbeiten, wo vorher mehrere hundert, nach FIAN-Angaben über 2.000 Menschen gelebt haben, sich ernährt haben? Die Saisonarbeiter werden davon nicht besser leben können, auch wenn die „Bezahlung […] deutlich über vergleichbarer Arbeit auf ugandischen Tee- und Zuckerplantagen“ liegt – so die Neumann Gruppe – http://www.nkg.de/userfiles/Documents/2013-02-01-kaweri-clean-title-de.pdf.

Was wir nun tun können bzw. müssen:

    • Den Film „Der Fall Mubende“ ansehen und weiterleiten: http://www.dw.com/de/der-fall-mubende/av-41308110, auch in Englisch und Spanisch:
      • „The Mubende Coffee Plantation and the Bitter Taste of Eviction“
        http://www.dw.com/en/the-mubende-coffee-plantations-and-the-bitter-taste-of-eviction/av-37074814
      • spanische Fassung:
        „El caso Mubende y el amargo sabor de la expulsión“
        http://www.dw.com/es/el-caso-mubende-y-el-amargo-sabor-de-la-expulsi%C3%B3n/av-37074688
    • Die eigenen Lieblingskaffeeröster persönlich anfragen, ob sie Rohkaffee von der Neumann Gruppe beziehen. Falls ihre Röster dies nicht wissen, sollten diese dies klären und lasst es euch bestätigen.
    • Einen Protestbrief oder eine -Mail an die Neumann Gruppe schreiben.
    • Die Forderungen von CorA, Forum Menschenrechte und FIAN an die Politik an die gewählten Abgeordneten weiterleiten: http://www.cora-netz.de/cora/wp-content/uploads/CorA-ForumMR_Steckbrief-KaweriCoffeePlantation.pdf
    • Petition zur Stärkung der Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern weltweit unterzeichnen: https://www.fian.de/mitmachen/aktionen/petition-peasants-rights/
EU-weite Petition zur Stärkung der Kleinbauernrechte
EU-weite Petition zur Stärkung der Kleinbauernrechte

Vom Strauch in die Tasse – alles über Kaffee

Kaffeepflückerinnen in Bolivien
Kaffeepflückerinnen in Bolivien

Wir trinken in Deutschland im Durchschnitt 2 – 3 Tassen Kaffee am Tag. Bis er bei uns am Kaffeetisch sein Aroma verbreitet, hat der Kaffee eine weite Reise hinter sich. In diesem Seminar fragen wir nach: Woher kommt die tägliche Dosis unseres Muntermachers? Wir betrachten die Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten, wenn sie Kaffeebohnen ernten und weiterverarbeiten. Dabei wird besonders auf die Bedeutung von Fairem Handel und Bio-Zertifikaten eingegangen.

Daneben fragen wir auch aus unserer Perspektive als KonsumentInnen: Wie entfaltet das Koffein seine Wirkung in unserem Körper und was ist entscheidend für einen magenfreundlichen Kaffeegenuss? Nach diesem kurzweiligen Seminar werden Sie neuen Geschmack an Ihrer täglichen Tasse Kaffee finden.

Eintritt: 3 € – für Weltladen-MitarbeiterInnen frei

Veranstalter: Weltladen Regentropfen, BUND Ortenau, Evangelische Erwachsenenbildung, Katholisches Bildungszentrum Offenburg

Um Anmeldung wird gebeten.

Vom Strauch in die Tasse – ein kurzweiliges Kaffeeseminar in Gengenbach

Unser Mitarbeiter Reinhard Braun wird am 20. Oktober von 19 bis 21.15 Uhr im Café Honig in Gengenbach ein Kaffeeseminar halten:

kaffee-stiller-schrei-reinhard

Kaffee ist das beliebteste Getränk in Deutschland. Wir trinken im Durchschnitt 150 Liter im Jahr. Das sind 2-3 Tassen am Tag. Doch wo kommt unser Kaffee her? Wie wird er verarbeitet? Wie wirkt er auf unsere Gesundheit? Was ist entscheidend für einen magenfreundlichen Genuss? Viel Wissenswertes rund um den Kaffee wird in diesem kurzweiligen Kaffeeseminar angesprochen. Es besteht die Möglichkeit Kaffee und Tee während der Veranstaltung zu trinken.

Quelle: VHS Ortenau

Pro Stunde fliegen 320.000 Coffee-to-go-Becher in den Müll – dem machen wir ein Ende!

Becherhaufen (c) Sascha Krautz / DUH
Becherhaufen (c) Sascha Krautz / DUH

Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe werden deutsch-landweit rund 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher pro Jahr verbraucht. Stellt man diese mit dem dazugehörigen Plastikdeckeln aufeinander, entsteht ein 300.000 km hoher Turm. In Form einer Kette ließe sich die Erde damit mehr als sieben Mal umrunden. Jeder Deutsche verbraucht 34 Einwegbecher im Jahr. Bundesweit fallen jeden Tag rund 7,6 Millionen Coffee to go-Becher an. Das macht pro Stunde 320.000 Stück.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe – Umweltproblem Coffee to go-Einwegbecher

Für die Produktion der Becher und Deckel wird folgendes verbraucht:
  • 29.000 Tonnen Papier, das entspricht etwa 43.000 Bäumen, die gefällt werden
  • 1,5 Milliarden Liter Wasser, das entspricht dem Jahresverbrauch von 32.000 Bürgern
  • 320 Millionen kWh Energie, damit könnten 100.000 Musterhaushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden
  • 1.500 Tonnen Polyethylen für die Becher und 9.400 Tonnen Polystyrol für die Deckel, dafür werden 22.000 Tonnen Rohöl benötigt

Hierbei entstehen:

  • 101.000 Tonnen CO2-Emissionen
  • 40.000 Tonnen Abfall

Leider werden für die Produktion der Becher auch keine Recyclingmaterialien eingesetzt, die das Ganze wenigstens ein bisschen umweltfreundlicher machen könnte. Auch das Recycling der Becher ist kaum möglich, da die Beschichtung im Papierrecycling sich nicht ablösen lässt, womit die Becher letztlich in der Müllverbrennung landen – und alles nur wegen etwa 15 Minuten „Coffee to go“… – also Genuss geht anders!

 Widdlebirdy von Ecoffee Cup
Widdlebirdy von Ecoffee Cup

Wir bieten gemeinsam mit den Offenburger Grünen eine Mehrweg-Lösung für all diejenigen an, die sich zuhause keinen guten Kaffee leisten können/wollen: ein kompostierbarer, mindestens 3 Jahre nutzbarer Mehrwegbecher aus Bambus mit einer Manschette aus Silikon.

Eine Auswahl an Bechern haben die Offenburger Grünen heute am Stand und eine weitere gibt es im Laden. Wer ein ganz bestimmtes Design haben mag, dem bestellen wir natürlich auch den entsprechenden Becher.

Infostand gegen die „coffee to go“-Becherflut am 16.7. von den Offenburger Grünen

Becherhaufen (c) Sascha Krautz / DUH

Kommenden Samstag, 16. Juli, werden die Offenburger Grünen auf den Bechermüllberg hinweisen, den wir seit etlichen Jahren produzieren. Becher, die vermeintlich „öko“ sind, weil sie aus Pappe bestehen – aber nur unter anderem. Aus vielfältigen Gründen müssen diese Becher mit Kunststoff überzogen und enthalten oft auch umweltbelastende Lacke.

ecoffee cup - Entropy
ecoffee cup – Entropy

Was wir dagegen tun können? – Zum Beispiel Mehrwegbecher nutzen, z.B. aus kompostierbarem Bambus wie die von EcoffeeCup mit einer Silikon-Manschette. Diese gibt es am Samstag auf dem Stand der Offenburger Grünen auf dem Lindenplatz zu kaufen – und natürlich am Samstag von 9 bis 16 Uhr auch im Weltladen in der Lange Straße 19, nur 150 m nördlich vom Lindenplatz.

Ach, fast vergessen: wir haben natürlich auch bio-fairen Kaffee zum eingießen lassen! Beides nicht nur diesen Samstag, sondern täglich außer sonn- und feiertags.